Ode an den Baum

Oktober 31, 2007

Ich kann es kaum glauben. Mittlerweile ist es genau drei Jahre her, dass das Trauerspiel seinen Lauf nahm. Okay, zu Beginn lief alles ganz locker an. Es fühlte sich gut an und irgendwie „rutschte“ ich rein. Keine Zeit zum nachdenken. Handeln. Mit der Zeit steigerte sich der Kontakt, die Gespräche wurden intimer. Alles ganz locker. Neun Monate später der Abschied. Manche Frau hatte in dieser Zeit ein neues Leben auf die Welt gebracht – wir hatten es auch. Nur, dass dieses Leben in uns wohnte. Und nun schau ich auf das was war, auf das was ist – und darauf, dass ich es kaum glauben kann, wie sich das eigene Leben weiterentwickelt.

Wie der Baum. Er wächst – mal schneller, mal langsamer. Der Stamm wird dicker. Die Blätter kommen und gehen, aber sie machen nicht den Baum aus. Man stelle sich vor, ein Baum käme eines Tages auf die Idee sich nur wegen seiner besonders formschönen Blätter zu definieren: „Ich bin ein so toller Baum. Sollte ich irgendwann keine Blätter mehr haben – ja, dann bin ich es nicht mehr wert einen Baum geheißen zu werden“. Sprach es und erlebte den nächsten Winter. Wahnwitzige Vorstellung und doch so real. Der Herbst hat mich auch dieses Jahr eingeholt. Schnell, ungefragt und ohne Gnade. Manche Blätter müssen abfallen um neue austreiben zu können.

So stehe ich und warte – auf das was kommt. Auf den Winter und vor allem der Dinge, die sind wie sie sind. Die stille, reine und vernunftlose Vegetation freilich lebt und streckt die Wurzeln aus nach Wasser. Danach, was Leben stiftet. Ja, gerade in solchen Zeiten möchte ich die Bodenhaftung nicht verlieren. Geht es doch einzig und allein darum standhaften Grund zu behalten. Dann kann Baumschmuck kommen und gehen wie er will. Die Basis steht. Auch wenn sich zum dritten Mal der Jahrestag nährt. Baum bleibt Baum. Und Blatt bleibt Blatt.

Eine Antwort zu “Ode an den Baum”

  1. Justus Kramer sagte:

    Du sollst doch keine Drogen nehmen!
    Blatt bliebt Blatt…
    das klingt wie moralisch ist man wenn man moralisch ist
    Auch wenn Georg Büchner mit solchen Weiheiten weitergekommen ist, bei dir bin ich mir da nicht so sicher.

    Ansonsten Guter Beitrag :-)

Eine Antwort hinterlassen